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«Alle sind heiss auf diesen Final»

Das Hauptspiel der Aargauer Cupfinals im Aarauer Schachen am Auffahrtstag, 18. Mai, wird die Begegnung zwischen dem 3.-Ligisten FC Küttigen und dem FC Schönenwerd-Niedergösgen (2. Liga) sein. HEIMSPIEL befragte mit Janis Christ, dem Sohn von FCA-Legende Sven Christ, und Michael Ludäscher zwei Protagonisten mit Aarauer Vergangenheit zu diesem bevorstehenden Highlight.

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Janis, was sind deine Erinnerungen an die Zeit beim FC Aarau?

Janis Christ : Ich habe damals von meinem Stammverein FC Küttigen in die U13 des FC Aarau gewechselt. Anfänglich lief es mir sehr gut, ab der U14 war ich Captain. Nach einem Jahr in der U18 musste ich dann aber einsehen, dass es mit meinem Jugendtraum, Fussballprofi zu werden, wohl nichts werden wird, und wechselte zum FC Gränichen in die 2. Liga interregional. Klar, war ich zuerst enttäuscht, aber trotzdem habe ich diese Zeit in sehr positiver Erinnerung. Ich konnte in Buchs die Sportschule besuchen, und all diese Erfahrungen waren sehr wertvoll für meinen weiteren Lebensweg. Es sind schöne Freundschaften entstanden, auch mit damaligen Teamkollegen, die inzwischen bei unserem Cupfinalgegner spielen, wie Simon Bürge oder Fabio Liloia.

Du bist im Jahr 2017 mit dem FC Gränichen schon einmal in einem Aargauer Cupfinal gestanden. Was kannst du uns von diesem Erlebnis erzählen?

Christ : Nach einem Zwischenjahr beim FC Baden kehrte ich auf jene Spielzeit nach Gränichen zurück. Es war eine geniale Saison mit dem Cupsieg in Muri als absolutes Highlight. Die Feierlichkeiten im Stadion und danach auf der heimischen ZehnderMatte sind mir noch sehr präsent. Danach hatten wir das grosse Glück, im Schweizer Cup das Traumlos FC Sion zu erhalten. Das war ein einmaliges Erlebnis mit über 3000 Zuschauern auf den extra dafür erstellten Stahlrohrtribünen – und eindrücklich zu sehen, welch hohes Tempo in der Super League gespielt wird (Sion gewann 9:1, Red.).

Was bedeutet der Finaleinzug für den FC Küttigen?

Christ : Für unseren Verein ist das ein extrem schöner und wichtiger Erfolg. Unsere Senioren waren ja schon ein paar Mal in den Finals vertreten. Aber für die Aktivmannschaft ist das eine Premiere in der Vereinsgeschichte. Der FCK hat sich in den letzten Jahren enorm positiv entwickelt. Dass wir als

Drittligist gleich drei Zweitligisten in diesem Wettbewerb bezwingen konnten, ist grossartig. Ich spüre, wie alle im Verein heiss sind auf diesen Final und hoffe, dass dies auch abfärbt auf unsere Juniorenabteilung, welche zuletzt ebenfalls grosse Fortschritte erzielt hat.

Weshalb werdet ihr diesen Final in Aarau gewinnen?

Christ : Weil wir momentan super drauf sind und unsere geniale Cupsaison krönen wollen. Wir haben einen extrem starken Zusammenhalt im Team und wissen um die grosse Unterstützung vonseiten des Vereins. Ich bin sehr gerne Captain dieser Mannschaft und mag es, auch neben dem Platz Verantwortung zu übernehmen. Den Club des Dorfes, in dem ich aufgewachsen bin, zu repräsentieren, macht mich enorm stolz. Und dass der Final im Aarauer Schachen stattfindet, macht es auch aus diesem Grund ganz besonders für uns, da rund drei Viertel unseres Teams eine FCA-Vergangenheit haben.

Michael, was sind deine Erinnerungen an die Zeit beim FC Aarau?

Michael Ludäscher : Das sind grosse Erinnerungen, die in mir aufkommen. Ich wechselte damals vom FC Niedergösgen in die U13 des FC Aarau. Es war auch eine strenge Zeit mit der Schule beziehungsweise später der Berufslehre und den Trainingseinheiten. Mit dem ersten Profivertrag ging ein Bubentraum in Erfüllung. Besondere Highlights waren mein erstes Meisterschaftsspiel für den FCA gegen Locarno (2:0, am 26. Juli 2010) sowie die Kantonalderbys gegen Wohlen.

Du hast im Aargauer und Schweizer Cup einige grosse Spiele erlebt. Was blieb da am meisten in deinem Gedächtnis haften?

Ludäscher : Vier Jahre, bevor ich zu Einsätzen im Aarauer Fanionteam kam, spielte ich leihweise beim Erstligisten FC Wangen bei Olten. Nach unserem Sieg gegen den damaligen Challenge-League-Verein Concordia Basel trafen wir auf den amtierenden Schweizer Meister FC Zürich. Auf der rappelvollen Wangener Chrüzmatt wehrten wir uns sehr achtbar und verloren schliesslich mit 1:4. Damals stand ich unter Beobachtung einiger Super-LeagueVereine. Im Aargauer Cup durfte ich als Captain des Teams Aargau U21 im Jahr 2008 meinen ersten Finalsieg bei den Aktiven feiern. Sehr emotional für mich als Heimatverbundener war, nach meiner Rückkehr zum FC Schönenwerd-Niedergösgen vor zwei Jahren erneut den Aargauer Cup zu gewinnen. Zusammen mit Luca Liloia, einem weiteren Rückkehrer mit Erfahrung in höheren Ligen, hatten wir in der 4. Liga einen Neustart mit vielen Einheimischen lanciert. Dieser Sieg war der vorläufige Höhepunkt. Belohnt wurden wir mit dem Cup-Kracher zuhause gegen den FC Basel (0:7).

Spielplan Axpo Aargauer Cupfinaltage im Aarauer Schachen

Mittwoch, 17. Mai 2023

19:00 Senioren 40+ Würenlos – Küttigen

19:00 Senioren 50+ Adria Aarau – Baden

20:45 Senioren 30+ Eagles Aarau – Muri

Donnerstag (Auffahrt), 18. Mai 2023

10:00 Juniorinnen 19 Rupperswil – Mutschellen

10:00 Junioren D Wohlen – Zurzach/Koblenz

12:00 Spezial-Spiel Reha Bellikon – PluSport

12:45 Frauen Wohlen – Baden-Wettingen

12:45 Junioren B Muri – Mellingen

15:00 Junioren A Wettingen – Wohlen

15:00 Junioren C Baden – Oftringen

15:00 Juniorinnen 15 Erlinsbach – Würenlos

17:30 Hauptspiel Küttigen – Schönenwerd-Ng.

Du wirst nach dieser Saison deine Aktivkarriere beenden. Was gab den Ausschlag für diese Eintscheidung?

Ludäscher : Es ist primär die familiäre Situation. Ich möchte an den Wochenenden mehr Zeit haben für meine beiden Kinder. Ich plane nun, eine Seniorenmannschaft zu gründen, wo ich weiterhin meinem Hobby nachgehen kann. Da hier die Spiele aber vor allem freitags oder montags stattfinden, kann ich am Wochenende für die Familie da sein. Bereits diese Saison war ich aus beruflichen Gründen kaum in den Trainings und hielt mich vorwiegend mit Tennis fit.

Weshalb wird «SchöNie» den diesjährigen Cupfinal in Aarau gewinnen?

Ludäscher : Als wir noch in der 3. Liga spielten, gab es immer super Duelle gegen Küttigen. Es entstand eine Art Rivalität, aber durchwegs im fairen Rahmen. In unserer Aufstiegssaison 2018/19 waren diese beiden Siege auch ausschlaggebend für die Promotion. Wir haben vor zwei Jahren bereits die Erfahrung mit einem Finalspiel machen dürfen und wissen, was es braucht, um zu gewinnen. Es steckt viel Qualität in unserem Team. Und letztlich wäre es auch für mich das perfekte Ende einer Geschichte, wenn ich zum Abschluss nochmals mit dem Pokal feiern könnte.

Interviews: Marcel Petermann

Weitere Ex-Aarau-Spieler, die sich für den Cupfinal 2023 qualifiziert haben

• Roberto Fregno (beim FCA von 1984–86, 73 Einsätze): FC Baden, Senioren 50+

• Frédéric Schaub (2008–10, 17 Einsätze):

FC Muri, Senioren 30+

• Tobias Müller (2006/07, 2010/11, 18 Einsätze):

FC Muri, Senioren 30+

• Miguel Peralta (2015–20, 49 Einsätze):

FC Schönenwerd-Niedergösgen

• Elsad Zverotic (2018–21, 100 Einsätze):

Eagles Aarau, Senioren 30+

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Weitere Infos auf www.cupfinal2023.ch