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HOLSTEIN KIEL

AN DER SEITENLINIE

Aktiv an der Seitenlinie – so haben wir Karsten Neitzel lieben gelernt.

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ir machen keinen Hehl daraus: Karsten Neitzel war und ist unser absoluter Lieblingstrainer der Störche seit der ersten Amtszeit von »Lorko«. Seine Demission nach dem 4. Spieltag liegt nun über sechs Monate zurück und in dieser Zeit haben wir uns immer wieder gefragt, was er eigentlich gerade so macht. Und genau deswegen haben wir uns gedacht, fragen wir doch einfach mal nach. Moin, Moin Karsten! Wie ist es Dir in dem letzten halben Jahr ergangen? Sehr gut! Ich konnte mich mal wieder ganz alltäglichen Dingen widmen, für die man während einer Saison keine Zeit hat. Natürlich habe ich die Zeit auch für die Selbstreflexion genutzt. Ich habe für mich selbst einen Zusammenschnitt erstellt, was die Schwerpunkte meiner Arbeit sind. Und was sind die Schwerpunkte? Jedenfalls bin ich kein Trainer, der über den ganzen Platz Manndeckung spielen lässt, wie es mir ja oft vorgeworfen wurde. (lacht) Dagegen hätte ich mich auch häufiger wehren müssen. Was hast Du außerdem aus Deiner Kieler Zeit mitgenommen? Ich kann ganz klar sagen, was ich nicht mitgenommen habe: Und das ist Groll. Ich bin ganz entspannt aus Kiel weggefahren, weil ich hier eine super Zeit als Trainer hatte und meiner Meinung nach auch eine gute Mannschaft

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hinterlassen habe. Auch wenn es nicht alltäglich ist mit vier Punkten nach vier Spielen freigestellt zu werden, war es ein gelungenes Engagement hier. Hast Du in der Zwischenzeit mal irgendwo die Gelegenheit genutzt, um zu hospitieren, anderen Trainern über die Schulter zu schauen? Nein, nicht um direkt zu hospitieren. Allerdings habe ich die Zeit genutzt, um mich auch einmal von anderen Sportarten inspirieren zu lassen. Ich habe mir Trainingseinheiten im Basketball und Handball angesehen.

ICH KANN GANZ KLAR SAGEN, WAS ICH NICHT MITGENOMMEN HABE: UND DAS IST GROLL. Und den Fußball erst mal ausgeblendet? Nein, natürlich nicht. An den Wochenenden hat man mich auf den Fußballplätzen gefunden. Oder besser gesagt in den Stadien der Zweiten und Dritten Liga. Gab es denn bereits Anfragen anderer Vereine? Es gab ein konkretes Angebot und eine weiteres Gespräch, aber Du wirst Dir denken können, dass ich da keinen Vereinsnamen nennen werde.

Sehr schade. (lacht) Du sagtest eben, Du hast eine gute Mannschaft hinterlassen. Was traust Du Deiner ehemaligen Truppe in dieser Saison noch zu? Eine Prognose in der Dritten Liga abzugeben ist ja nun stets schwierig. Und diese Saison noch umso mehr. Es bleibt der Fakt, dass in dieser Liga jeder jeder schlagen kann. Guck Dir so ein Spiel wie in Osnabrück an, wo Mainz II als Sieger vom Platz geht. Und das war ja keine Ausnahme. Mit der aktuellen Punkteausbeute am Ende unter den ersten beiden zu stehen, hätte in den letzten Jahren jedenfalls nicht geklappt. Bist Du nach Deiner Freistellung eigentlich schon mal wieder in HolsteinStadion gewesen? Nein, das gehört sich gegenüber dem neuen Trainer nicht. Aber natürlich habe ich noch Kontakt zu einigen alten Weggefährten, auch wenn ich nun nicht jeden Tag bei ihnen anrufe. Letztens haben mich netterweise einige Leute aus der Kieler Fan-Szene besucht. Das war sehr schön. Wir marlowskis wünschen uns jedenfalls, dass wir dich alsbald wieder aktiv an der Seitenlinie sehen können. Dann werde ich mal versuchen, euch den Wunsch zu erfüllen. (lacht)

Wir sehen uns im Stadion:

2017

Gast

SA, 04.03./14:00 Uhr

SC Paderborn 07

DI, 14.03./19:00 Uhr

MSV Duisburg

SA, 25.03./14:00 Uhr

1. FC Magdeburg

marlowski März 2017  

Die 68. Ausgabe des besten Stadtmagazins von Welt.

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