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Element der Digitalisierung sind, gilt es in Organisationen, sich kulturell und kommunikativ über Unternehmensgrenzen hinweg zu vernetzen. In flexiblen Organisationsstrukturen verändert sich zudem die Rolle der Führung. Mitarbeiter sind in der digitalen Welt viel stärker selbstorganisiert und vernetzen sich über Hierarchien hinweg. Kompetenz und Wissen sind die Güter, die zählen, nicht die formale Position. Die Rolle von Führungskräften verändert sich daher mehr in Richtung Moderation und Personalentwicklung. In dieser neuen Rolle vermitteln sie zwischen den jeweiligen Interessen und Kompetenzen ihrer Mitarbeiter. Darüber hinaus gilt es, Mitarbeiter zu entwickeln, zu coachen und auf ihrem Weg zu begleiten. Wer einmal in einem agilen Projekt gearbeitet und die Eigenständigkeit des Teams gelebt hat, lässt sich in jedem Fall nicht mehr an die kurze Leine legen. Gestützt wird meine Einschätzung durch die Ergebnisse unseres jährlichen HR-Reports, den wir mit dem Institut für Beschäftigung und Employability (IBE) veröffentlichen. In dem aktuellen

Bericht haben die befragten Führungskräfte die Kommunikation als wichtigstes Element der Unternehmenskultur ausgemacht. Ein Blick auf die Aspekte, die auf die Kommunikation am meisten einzahlen, zeigt das Dilemma: 81 Prozent halten den offenen Umgang mit kritischen Themen für das wichtigste Kommunikationsthema. Aber nur 23 Prozent geben an, dass dieser auch umgesetzt sei. Soll und Ist klaffen gewaltig auseinander. Auch in Sachen Führung ist das Bild in vielen Unternehmen uneinheitlich. So meinen 59 Prozent der Topmanager, ihr Unternehmen sei in der Führung sehr gut oder gut aufgestellt. Doch fast 70 Prozent der Führungskräfte aus den Fachabteilungen sahen dies anders. Solange solche Diskrepanzen in der Wahrnehmung vorherrschen, werden sich Mitarbeiter nur bedingt auf Neues einlassen. Denn Mitarbeiter brauchen einen verlässlichen sozialen und kulturellen Rückhalt, aber keine allzu große Kluft zwischen Realität und Wunschbzw. Leitbild.

von heute auf morgen ändern, trotz der digitalen Beschleunigung. Das bestätigen unsere empirischen Ergebnisse: Gerade einmal 17 Prozent der Befragten glauben, dass ihre Organisation über das notwendige Tempo für die Umsetzung von Veränderungen verfügt. Daher lautet unsere Schlussfolgerung, dass viele Unternehmen kulturell noch kaum auf die digitale Transformation eingestellt sind. Es fehlt an der Einsicht aber auch an der erforderlichen Geschwindigkeit, Veränderungen zügig zu realisieren. Trotzdem gelingt die digitale Innovation nur, wenn sich Unternehmen parallel auch sozial und kulturell erneuern. Wie hat es Peter Drucker so treffend ausgedrückt: „Kultur isst die Strategie zum Frühstück.“ Das gilt natürlich auch für die digitale Strategie.

Natürlich lässt sich eine über Jahre gewachsene Unternehmenskultur nicht Hays plc. ist ein weltweit führender Personaldienstleister für die Rekrutierung von hoch qualifizierten Spezialisten. Hays ist im privaten wie im öffentlichen Sektor tätig und vermittelt Spezialisten für Festanstellungen, Projektarbeit und in Arbeitnehmerüberlassung. Das Unternehmen beschäftigt weltweit über 9.200 Mitarbeiter in 33 Ländern und erzielte im Geschäftsjahr 2015/2016 Erlöse von 5,07 Mrd. Euro. In Deutschland vermittelt Hays Spezialisten aus den Bereichen IT, Engineering, Construction & Property, Life Sciences, Finance, Sales & Marketing, Legal, Retail sowie Healthcare. www.hays.de

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DiALOG - Das Magazin für EIM, Ausgabe März 2017  

Die Ausgabe 2017 unseres Magazins ist mit dem Schwerpunktthema Digitalisierung eine Sammlung von aktuellen Themen, Best-Practice-Berichten,...

DiALOG - Das Magazin für EIM, Ausgabe März 2017  

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