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Interview

Neue Studiengänge und Berufsfelder im Bereich erneuerbare Energien Studiengänge im Bereich der erneuerbaren Energien gibt es immer mehr. Doch nicht alle bereiten ihre Teilnehmer gleich gut auf das Berufsleben vor. Christian Rehtanz, Professor für Energiesysteme und Energiewirtschaft an der Technische Universität Dortmund, erklärt im Interview, wo die Unterschiede liegen, was ein solches Studium bieten sollte und ermutigt gerade auch Frauen, durch ein technisches Studium im Bereich der Erneuerbaren zur Energiewende beizutragen. Herr Professor Rehtanz, welche Perspektiven sehen Sie derzeit für Ihre Absolventen auf dem Arbeitsmarkt? Der Arbeitsmarkt für Elektroingenieure ist exzellent. Innerhalb der Elektrotechnik ist die Energietechnik ein Schwerpunkt, der sich gerade hoher Beliebtheit erfreut, aber gleichzeitig auch einen hohen Bedarf an Fachpersonal benötigt. Unsere Absolventen haben in den letzten Jahren mit wenigen Bewerbungen sehr gute Stellenangebote bekommen. Wem würden Sie ein Studium im Bereich der erneuerbaren Energien empfehlen? Ein Interesse für Elektrotechnik und Informationstechnik oder Wirtschafts-

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PRACTICE

ingenieurwesen mit Schwerpunkt Energietechnik sollte vorhanden sein. Eine weitere Voraussetzung ist eine gute schulische Ausbildung und Interesse an Mathematik und Physik. Was sollte Ihrer Meinung nach an erster Stelle stehen: Berufserfahrung sammeln oder studieren? Ich bin der Auffassung, dass ein Studium direkt erfolgen sollte, wenn das Interesse und die Entscheidung für das Fach klar vorliegen. In das Studium können dann Praxiserfahrungen wie Praktika im In- und Ausland eingebaut werden. Die Erfahrung zeigt, dass Berufserfahrung zwar vielfach erwünscht ist, aber letztendlich eher Absolventen mit einem guten Abschluss gesucht werden. Sollten später im Beruf Spezialkenntnisse fehlen, dann kann gezielt bei Fachverbänden, an Hochschulen und Universitäten nachgeschult werden. Gerade gezielte, kürzere Schulungen sind hier gefragt. Wie beurteilen Sie die Studienmöglichkeiten im Bereich der Erneuerbaren für Bewerber ohne Hochschulabschluss, die bereits über Berufserfahrung verfügen? An diesem Punkt muss man sicher zwischen Fachhochschulen und Universitäten unterscheiden. Die eher

© Technische Universität Dortmund

DANIEL SEEMANN

Prof. Christian Rehtanz

wissenschaftlich ausgerichteten Universitätsstudiengänge stellen häufig hohe Eingangsvoraussetzungen in grundlegenden methodischen Fächern wie beispielsweise der Mathematik. Auch an Fachhochschulen ist dieses sicherlich eine Hürde, die aber geringer ausgeprägt ist. Welche Kombination aus Präsenzzeiten und E-Learning ist Ihrer Meinung nach bei berufsbegleitenden Studiengängen am Besten? Diese Studiengänge erfordern eine besonders hohe Disziplin und ein sehr hohes Engagement der Studierenden. Die Abbrecherquote ist gerade in Ingenieursdisziplinen besonders hoch, da der Prüfungsstoff und speziell die Lösung technischer Aufgaben intensiv trainiert werden müssen. Dieses Training gelingt im Team besonders gut, was für einen hohen Anteil an Präsenzzeit spricht. Vorlesungsinhalte müssen erläutert, Übungen gerechnet und Fragen persönlich im Team oder mit Tutoren diskutiert und geklärt werden. Dieser Anteil kommt in Fernstudiengängen häufig zu kurz. Wie beurteilen Sie die Studienmöglichkeiten und Beschäftigungsperspektiven in den Bereichen E-Mobilität und Cleantech?

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LIFESTYLE clean energy (2013-1)  

LIFESTYLE clean energy ist ein hochwertiges Magazin, das über die Megatrends “green lifestyle“ & “clean energy“ informiert. Mit einer abwech...

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LIFESTYLE clean energy ist ein hochwertiges Magazin, das über die Megatrends “green lifestyle“ & “clean energy“ informiert. Mit einer abwech...

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