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Technik beruht auf induktiver Energieübertragung. Eine in den Boden eingelassene Induktionsspule erzeugt ein elektromagnetisches Feld und lädt den Autoakku im darüber parkenden Auto auf – ganz ohne umständliches Herumhantieren mit dem Kabel. Am Fahrzeugboden ist eine Ladespule angebracht, die lediglich über der WEVCPlattform positioniert werden muss. Die Ladespulen können an beliebigen Standorten installiert werden und sind mit unterschiedlichsten Elektrofahrzeugen kompatibel. Die Technik ist einfach zu installieren, wetterunabhängig und bietet auch einen gewissen Schutz vor Diebstahl und Vandalismus. Anfang November 2012 fiel in London der Startschuss für die erste WEVC-Flotte. Insgesamt 50 Fahrzeuge, vor allem Taxis, ausgestattet mit der entsprechenden Ladetechnologie, sind derzeit in der britischen Metropole unterwegs. Ähnliche Ansätze verfolgen Mitsubishi, Mercedes oder Toyota. Im Gespräch ist auch, Induktionsspulen an Ampeln in die Straße zu integrieren und die dort wartenden Autos jeweils mit Strom zu versorgen. Rotphasen würden dann eine völlig neue Bedeutung bekommen. Besonders ambitionierte Optimisten sehen gar schon die komplette Straßeninfrastruktur mit Induktionsschienen ausgestattet, so dass das Auto während der Fahrt immer und überall geladen werden kann. LADEN AN DER LATERNE Andere Wege geht das junge Berliner Unternehmen ubitricity. Ladestationen seien viel zu teuer und aufwendig zu installieren. Die Stationen, die größere Stromkonzerne anbieten, kosten je nach Installationsaufwand bis zu 9.000 Euro. Das ist an den meisten Orten, an denen geladen werden soll, zu teuer und nicht wirtschaftlich. Daher will ubitricity die Lade- und Abrechnungstechnologie in ein intelligentes Ladekabel oder direkt ins Elektrofahrzeug verlagern. Eine solche Mobile Metering Technologie benö-

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MOBILITY

© ubitricity

© Qu alcom m

tigt lediglich eine spezielle Systemsteckdose, die theoretisch überall aufgebaut und beispielsweise in einen Lichtmast integriert werden kann. Zur Installation in vorhandene Straßenbeleuchtung wird die bestehende Mastklappe einfach durch eine Mastklappe mit bereits integrierter Systemsteckdose ersetzt, so dass die Straßenleuchte weiterhin uneingeschränkt funktioniert und zu warten ist. Die Kosten für die Systemsteckdosen und die Installation betragen nur einen Bruchteil derjenigen, die bei der Installation von herkömmlichen Ladesäulen entstehen. Laufende Kosten für den Ladepunkt entfallen nahezu ganz. Die Ladeinfrastruktur ist damit bezahlbar und ein flächendeckendes Ladenetz keine Utopie mehr. Derartig innovative Ansätze für Ladetechnologien sind zwar vielversprechend, trotzdem nehmen sie immer noch zu viel Zeit in Anspruch. Im Vergleich zu konventionellen Antrieben und dem damit verbundenen Schnelltanken machen sie das Elektrofahrzeug nicht attraktiv genug, um breite Massen dafür zu begeistern. Das Unternehmen Better Place nähert sich dem Problem daher von einer völlig anderen Seite. Anstatt den Akku umständlich und zeitraubend aufzuladen, wird er einfach an speziellen Akku-Wechselstationen komplett ausgetauscht. Diese erinnern äußerlich ein wenig an Waschstraßen, nur dass es hier keine Seifendüsen und Rundbürsten gibt, sondern einen Hightech-Roboter, der den Wechsel vollautomatisch erledigt. Das Auto wird auf einer Spur in die WechselStation geleitet und bei Bedarf der Unterboden gesäubert, dann öffnet sich eine Luke unter dem Fahrzeug und der Hightech-Roboter montiert die Bodenplatte des Fahrzeugs ab, zieht den leeren Elektroakku heraus und ersetzt ihn durch einen neuen, aufgeladenen. Das Ganze dauert etwa fünf Minuten. Der Fahrer kann bequem im Auto

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LIFESTYLE clean energy (2013-1)  

LIFESTYLE clean energy ist ein hochwertiges Magazin, das über die Megatrends “green lifestyle“ & “clean energy“ informiert. Mit einer abwech...

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LIFESTYLE clean energy ist ein hochwertiges Magazin, das über die Megatrends “green lifestyle“ & “clean energy“ informiert. Mit einer abwech...

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