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© Mennekes

Wie schön wäre es, wenn auf unseren Straßen nur noch Elektroautos unterwegs wären. Kein Straßenlärm, keine knatternde Motoren und keine Autoabgase: Das Leben in der Stadt könnte wieder Qualität bekommen. Der Weg dahin ist nicht weit. Alle großen Autohersteller haben inzwischen ein oder mehrere Modelle mit Elektroantrieb im Programm und Stromtankstellen schießen wie Pilze aus dem Boden. Warum also setzt sich das E-Mobil im Alltag nicht durch? Sind es die hohen Kosten, die Skepsis gegenüber der neuen Technologie oder doch die Tatsache, dass alle hundert Kilometer eine Ladestation verfügbar sein muss? Wie funktioniert das überhaupt mit dem Laden? Ist es so einfach, wie überall behauptet? Kann ich mein Elektroauto einfach an der 230-Volt-Buchse in der heimischen Garage anschließen oder brennt dann die Sicherung durch? Welcher Stecker ist der richtige? Und kann ich mein Auto in Finsterwalde ebenso wie in Kopenhagen oder Honolulu aufladen oder ist dann ein nervtötendes Herumhantieren mit Adaptern zu erwarten? Wir werfen einen Blick auf den aktuellen Stand der Ladetechnologie.

Starkstrom bis 480 Volt oder Dreiphasenwechselstrom. Der Mennekes-Stecker ist so konstruiert, dass er elektronisch kodiert die jeweils zulässige Ladeleistung freigibt. Derzeit werden viele öffentliche Stromtankstellen und auch neue Elektrofahrzeuge mit dem Steckersystem ausgerüstet. Elektrofahrzeuge älterer Bauart aber, vor allem jene, die aus US- oder japanischer Produktion stammen, besitzen häufig noch eine Typ-1-Ladebuchse, die keine Drehstromladung erlaubt. Andere setzten auf das “Combined Charging System” oder das Konkurrenzsystem CHAdeMO, beides Schnellladesysteme für Wechsel- und für Gleichstrom. Für das Laden in den eigenen vier Wänden gibt es die sogenannte Wallbox, eine Anschlussmöglichkeit zum Laden von Elektroautos. Das Laden an einer Wallbox geht bis zu fünfmal schneller als an einer herkömmlichen Steckdose. Wem das noch nicht genügt, der fährt an eine öffentliche Zapfsäule. Dort kann man einen Akku mit 20 Kilowattstunden Kapazität in weniger als einer Stunde aufladen. Das entspricht rund zwei Litern Benzin und reicht für etwa 150 Kilometer.

STANDARD FÜR STECKER

KABELLOSES LADEN

Zunächst einmal die gute Nachricht: Hierzulande und auch in der restlichen EU lassen sich alle Elektrofahrzeuge an einer herkömmlichen Schuko-Steckdose mit Haushaltsspannung (230 Volt) aufladen. Das dauert allerdings seine Zeit. Je nach Modell muss man mit acht bis zehn Stunden rechnen. Zum Stromtanken genügt ein Ladekabel mit Mennekes Typ-2-Stecker. Auf diesen hat sich die EU-Kommission im Januar 2013 als Standard für das Laden von Elektrofahrzeugen verständigt. Der siebenpolige Stecker eignet sich auch für Drehstromladung, also

Doch damit ist die Suche nach dem idealen Ladesystem noch lange nicht beendet. Denn während sich die einen noch abmühen, ein einheitliches Schnittstellensystem durchzusetzen, ist man andernorts schon längst von der überholten Stecker-Steckdosen-Version abgerückt. So spielt berührungs- oder kabelloses Laden eine immer größere Rolle. Chiphersteller Qualcomm hat kürzlich gemeinsam mit Renault ein System für kabelloses Laden (Wireless Electric Vehicle Charging, WEVC) vorgestellt. Diese Halo-

MOBILITY

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LIFESTYLE clean energy (2013-1)  

LIFESTYLE clean energy ist ein hochwertiges Magazin, das über die Megatrends “green lifestyle“ & “clean energy“ informiert. Mit einer abwech...

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