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Alternative Banken, wie beispielsweise die GLS Bank, Umweltbank und Ethikbank, verzeichnen seit einigen Jahren einen regen Zulauf. Inwiefern beeinflusst dieser Trend die großen Geschäftsbanken dahin gehend, dass sie bei ihrer Kapitalvergabe ebenfalls verstärkt auf Nachhaltigkeitskriterien achten? Der Trend ist in der Tat erkennbar, allerdings bisher auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau was

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GREEN INVESTMENT

beispielsweise die Anzahl der Kunden angeht. Nach einer im vergangenen Jahr veröffentlichten Studie der Unternehmensberatung Roland Berger wird die Zahl der Kunden, die an Angeboten aus dem Bereich Green oder Social Banking interessiert sind, bis 2015 auf sechs Millionen steigen. Um an diesem “Megatrend Nachhaltigkeit” teilhaben zu können, müssen traditionelle Kreditinstitute nach Einschätzung von Roland Berger ihre Strukturen, Partnerschaften und Anlagestrategien überdenken. Dies ist eine Entwicklung, die wir durchaus bei unseren Ratings der Banken erkennen, wenn auch teilweise nur zögerlich. Was uns allerdings zu denken gibt ist, dass gerade die von den G20 als systemrelevant definierten Großbanken recht wenig Engagement für eine nachhaltige Entwicklung zeigen. Dabei hätten sie Einfluss und Mittel, um die Wirtschaft in Richtung der auf dem Rio+20-Gipfel im vergangenen Sommer definierten “Green Economy“ zu bewegen.

Bericht zu den Kosten des Klimawandels veröffentlicht hat. Das war eine Studie, die Wirtschaft und Politik spürbar aufgerüttelt hat. In der Regel erleben wir in den Unternehmen beim Thema Nachhaltigkeit aber eher eine Evolution als eine Revolution. Entsprechend groß ist auch die Bandbreite der Aktivitäten in den Unternehmen. Während einige Unternehmen noch nicht einmal ihren Energieverbrauch erfassen oder sich zur Nutzung von umweltverträglichem Papier durchringen können, haben andere Nachhaltigkeitskriterien schon in der Unternehmensstrategie und in den Gehaltsstrukturen verankert. Gerade letzteres ist aus unserer Sicht ein zentraler Hebel, um Nachhaltigkeitsaspekte in den Managementstrukturen und -prozessen zu verankern. Vielen Dank für das Gespräch!  www.oekom-research.com

Weitere Anbieter:  www.imug.de  www.inrate.com

Seit genau 20 Jahren bewertet oekom research nun Unternehmen danach, wie ökologisch und sozial sie wirtschaften. Konnten Sie in dieser Zeit einen signifikanten Wandel hinsichtlich des Nachhaltigkeitsmanagements der Unternehmen feststellen? Wie verlief dieser Wandel? Große Sprünge sind eher selten. Einen solchen hatten wir aber beispielsweise beim Thema Klimawandel, nachdem Sir Nicholas Stern seinen

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© Ethikbank

talanlagen strukturell eine schlechtere Performance haben als konventionelle Anlagen. Es gibt inzwischen aber eine Vielzahl von Studien, die beweisen, dass nachhaltige Kapitalanlagen sogar die Chance auf eine bessere Performance bieten. Wir haben dies selbst in Kooperation mit der Deutschen Performancemessungs-Gesellschaft für die von uns bewerteten Unternehmen analysiert. Danach erzielten die von uns als Best-in-Class bewerteten Großunternehmen im Zeitraum vom 31. Dezember 2004 bis 31. Dezember 2012 eine um knapp elf Prozent bessere Rendite als ein konventioneller Vergleichsindex. Ich denke, dass es gut nachvollziehbar ist, dass Unternehmen, die mit Rohstoffen und Energie sparsam umgehen, die ihre Mitarbeiter und Zulieferer fair behandeln und die Produkte anbieten, die bei einer wachsenden für solche Themen sensibilisierten Zielgruppe – hier denke ich vor allem an den B2B-Bereich und die öffentliche Beschaffung – attraktiv sind, auch wirtschaftlich einen Vorteil haben.

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LIFESTYLE clean energy (2013-1)  

LIFESTYLE clean energy ist ein hochwertiges Magazin, das über die Megatrends “green lifestyle“ & “clean energy“ informiert. Mit einer abwech...

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LIFESTYLE clean energy ist ein hochwertiges Magazin, das über die Megatrends “green lifestyle“ & “clean energy“ informiert. Mit einer abwech...

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