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“Einige Investoren sehen Mikrofinanzfonds auch als geeignetes Instrument zur Diversifizierung ihrer Portfolios“, ergänzt Lehnert. Um zu vermeiden, dass die Mikrofinanzinstitute die Kredite in die falschen Hände geben oder damit Schindluder treiben, kooperieren viele Fonds in Europa und den USA mit Instituten, die von speziellen Researchagenturen identifiziert, geprüft und für gut befunden wurden.

© Martin Stöbich

GESCHLOSSENE FONDS UND DIREKTBETEILIGUNGEN

Schneiderin Karen Aoko aus Nairobi, Kenia, Mikrokreditkundin des OikocreditPartners SMEP Mikrokredite kommen dabei armen Menschen in Entwicklungs- und Schwellenländern zu Gute, denen Geld für eine Milchkuh, eine Nähmaschine, eine Garküche, Saatgut oder ein Handy fehlt, womit sie ein kleines Unternehmen gründen könnten, um sich die eigene Lebensgrundlage zu sichern. Natürlich müssen die Mikrokreditnehmer auch einen Zins für die Kreditaufnahme bezahlen – im Schnitt liegt dieser bei 24 Prozent pro Jahr, da die Vergabe solcher Kredite relativ personalintensiv und damit teuer ist. Aber für die Menschen vor Ort sind das noch moderate Sätze, sie sind Wucherzinsen in Höhe von 20 Prozent am Tag gewöhnt.

“Mikrofinanz leistet einen wichtigen Beitrag zur Entwicklungsförderung, wenn sie verantwortungsbewusst gehandhabt wird und der finanzielle Ertrag für die Investoren nicht im Vordergrund steht“, erklärt Matthias Lehnert, Geschäftsführer von Oikocredit Deutschland. Oikocredit ist der älteste und weltweit einer der größten Investoren für Mikrofinanzinstitute. Die 1975 auf Initiative des Ökumenischen Rates der Kirche gegründete internationale Genossenschaft setzt auf Entwicklungsförderung und Armutsbekämpfung, indem sie allein im Jahr 2012 Finanzierungen in Höhe von 530 Millionen Euro an 854 Partnermikrofinanzinstitute in fast 70 Ländern tätigte.

Gerade im Bereich Klimaschutz spielen geschlossene Fonds und Direktbeteiligungen eine große Rolle. Ob es um die Finanzierung von Erneuerbare-Energien-Anlagen geht oder um die Aufforstung von Wald – geschlossene Fonds und Direktbeteiligungen eignen sich besonders für Anleger, die risikofreudiger sind und im Notfall auch gewisse Verluste verschmerzen können. Vorsichtig sollten Anleger in jedem Fall bei Renditeversprechen in zweistelliger Höhe pro Jahr sein, derartige Angebote sind in der Regel unseriös. ERNEUERBARE-ENERGIEN-FONDS Geschlossene Fonds im Bereich erneuerbare Energien bieten zum Beispiel die juwi Invest GmbH sowie der grüne Energiedienstleister Green City Energy AG an. “Bei geschlossenen Fonds werden die Anleger zu Mitunternehmern, statt einer festen Verzinsung der Einlage erhalten sie also jährlich ihre anteilige Ausschüttung der erwirtschafteten

GREEN INVESTMENT

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LIFESTYLE clean energy (2013-1)  

LIFESTYLE clean energy ist ein hochwertiges Magazin, das über die Megatrends “green lifestyle“ & “clean energy“ informiert. Mit einer abwech...

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