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2013 und 2014 widmet sich biorama in regelmäßigen Abständen den österreichischen Nationalparks. www.nationalparksaustria.at

Sinneserlebnis Nationalpark unplugged and resampled Wie riecht, schmeckt und tönt Österreichs Wildnis? b io ra m a hat sich zu Wäldern, Bergen und Steppen aufgemacht, um die heimischen Nationalparks mit allen Sinnen zu erfahren.

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Luma.Launisch: NationalparkSounds neu arrangiert »Das Klopfen des Spechts und das Knacken des Zweiges wird zum Beat. Das Rauschen des Gebirgsbaches wird zur Klangfläche, das Quaken der Frösche zur Bassline und das Treiben der Ameisen zum Soundeffekt.« Dazu waren spezielle hypersensible Mikrophone im Einsatz, die auch kleinste, fast unhörbare Schwingungen aufzeichnen. So entstanden die Bausteine für die Kompositionen. »Die Natur macht die Musik. Die analogen Field-Recordings bringen Wärme ins Klangspektrum der elektronisch erzeugten, digitalen Musik. Die Musik ist eine Symbiose aus analog und digital, aus Natur und Mensch.« Die Visuals zur Musik bestehen aus einem Mix aus Naturschauspielen und Making-of-Sequenzen. Luma.Launisch: »Das Ganze soll auch einen charmanten Schmäh haben. Da sitzen verrückte Musiker auf Bäumen und tauchen in Flüssen.« w w w .lu m a la u n is c h .c o m

text und bild Matthias Schickhofer

ehnen wir uns kurz zurück und schließen die Augen. Und denken an unser letztes Naturerlebnis in Österreich. Welcher Duft kommt da in die Nase? Nach Wiesengewächsen? Harz von Kiefern oder Fichten? Nach See, Moos und Sumpf? Vielleicht auch nach Schnee und Gletscher? Welche Geräusche ertönen in unseren geistigen Ohren? Das Krächzen von Raben? Das Tosen eine Gebirgbaches oder das Gurgeln eines stillen Waldflusses? Wind in den Zweigen? Gar der Schrei eines Adlers oder Pirols? Wer offline geht – Smartphones, Tablets, Pods und Pads ausschaltet – und mit offenen Sinnen aus den Städten auszieht, kann nämlich Wunderbares erleben. Und dafür muss man gar nicht weit reisen: etwa zu den nach Wasser und Wald riechenden Donauauen, zu Steppe und Niedermoor beim Neusiedlersee, in die wilden Mischwälder des Thayatals, ins Gesäuse mit seinen Kalkzacken und dem tobenden Ennsfluss, in die dichten Bergwälder und rauen Schluchten des KalkalpenNationalparks oder zu den Hochtälern, Gletschern und Bergwiesen der Hohen Tauern … biorama hat in den heimischen Nationalparks nach Tönen, Gerüchen und Geschmäckern gefahndet. Und nach vollzogenem analogen Sinneserlebnis bieten die Visual Artists Luma.Launisch eine digitale Bearbeitung der analogen Sounds – zum Nachhören und Nachfühlen: Astrid Steiner und Florian Tanzer haben in den Nationalparks Sounds und Views der Natur aufgenommen, danach mit Elektronik-Musikern gesampelt und zu eigenen Kompositionen verarbeitet (siehe Kasten).

08.08.13 19:06

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BIORAMA #26  

Im Fadenkreuz: Jagd. Ist die Jagd in ihrer derzeitigen Form noch gesellschaftsfähig? Außerdem: All I Need – Neo-Ökologie im Alu-Mantel. B...

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