Page 35

28. September bis 6. Oktober 2013

Jagd bedroht Tierarten europaweit Viele Pflanzen- und Tierarten, die früher selbstverständlich waren, kommen heute nur noch selten vor oder sind vollständig verschwunden. Rund die Hälfte der mitteleuropäischen Arten gilt als gefährdet, die Roten Listen werden von Jahr zu Jahr länger. Aus ihnen geht hervor, dass der Artenschutz in den letzten 30 Jahren weitgehend erfolglos blieb – trotz der ungezählten Anstrengungen von Natur- und Tierschützern. Artenschutzerfolge zeigten sich vor allem dort, wo die Bejagung beendet wurde. Bestes Beispiel dafür ist der Biber: Seine Rückkehr verdankt sich der aktiven Wiederansiedelung und dem Schutz vor Verfolgung. Doch solange selbst in deklarierten Zonen wie den »Europareservaten für Wasservögel« immer noch gejagt werden darf, bleiben die seltenen Arten weiter bedroht und eine ernsthafte wissenschaftliche Beforschung unmöglich. Die Auffassung aber, wonach die Lizenz zum Töten von Wildtieren im Rahmen einer Freizeitbeschäftigung (Jagd) weiterhin ein Rechtsanspruch einiger weniger sein soll, wird auf Dauer einer verfassungsrechtlichen Überprüfung nicht standhalten können. Die zu erwartenden Veränderungen im Jagdrecht werden auch die Naturschutzgesetze beeinflussen. Die daraus resultierenden, konsequenten Jagdverbote werden uns dabei helfen, Naturzusammenhänge und Naturprozesse besser zu verstehen. www.abschaffung-der-jagd.at www.zwangsbejagung-ade.de

26_018-039.indd 35

fe st ival für Design & nachhaltigkeit

Ausstellung / symposium progrAmm im rautenstrauch-Joest-museum, Köln Das Festival möchte seine Besucherinnen für Design, Kunst und nachhaltigkeit begeistern. es bietet spannende Workshops, inspirierende Vorträge und weitere interessante Formate, die lust am mitmachen und Querdenken wecken. samstag, 28.september eröffnung & Vernissage der Ausstellung "react" sonntag, 29.september Kunst & protest: irritation, intervention, reaktion montag, 30.september symposium "react - Veränderung durch reaktion" Dienstag, 1.oktober Cluster umweltkommunikation sprache und symbole der nachhaltigkeit mittwoch, 2.oktober themen-tag Creative social Business mit dem ökorAusCH Brutkasten Donnerstag, 3.oktober Cluster sustainable Fashion Freitag, 4.okotber Führung durch die Ausstellung samstag, 5.oktober "satelliten"-tag Die Kölner nachhaltigkeitsszene stellt sich vor! sonntag, 6.oktober Finissage der Ausstellung

www.oekoRAUSCH.de

@

gejagt werden. Selbst das in die Kritik von Tierschützern geratene niederländische Königshaus hat auf seine traditionellen Treibjagden verzichtet. Das Ziel des Floraund Faunagesetzes ist der Erhalt jener Pflanzen- und Tierarten, die in freier Wildbahn vorkommen. Ein zweites Ziel des Gesetzes ist, dass alle wild vorkommenden Pflanzen und Tiere grundsätzlich geschützt werden sollen, nicht nur die seltenen Arten. Das Gesetz erlaubt die Jagd nur noch auf sechs wilde Tierarten: Hase, Fasan, Rebhuhn, Stockente, Kaninchen und Ringeltaube. Pro Tierart ist im Einzelnen festgelegt, wann sie gejagt werden darf. Unter besonderen Umständen (wie z.B. schweren landwirtschaftlichen Schäden) dürfen Tiere, die zu den geschützten Tierarten gehören, getötet oder gefangen werden. Wenn Tiere Schaden verursachen, wird nicht automatisch Zustimmung gegeben, diese auch zu bekämpfen. So können Dachse – eine geschützte Art – mitunter großen Schaden anrichten. In diesem Fall kann der Grundbesitzer beim Faunafonds einen Schadensersatz beantragen. Damit soll sichergestellt werden, dass die Bauern auch den für sie schädlichen Tieren weiterhin einen Lebensraum gewähren.

08.08.13 18:45

Profile for BIORAMA – Magazine for sustainable lifestyle

BIORAMA #26  

Im Fadenkreuz: Jagd. Ist die Jagd in ihrer derzeitigen Form noch gesellschaftsfähig? Außerdem: All I Need – Neo-Ökologie im Alu-Mantel. B...

BIORAMA #26  

Im Fadenkreuz: Jagd. Ist die Jagd in ihrer derzeitigen Form noch gesellschaftsfähig? Außerdem: All I Need – Neo-Ökologie im Alu-Mantel. B...

Profile for biorama
Advertisement